Simultan oder konsekutiv? Dolmetschen für Veranstaltungen richtig planen

Konferenz, Werksführung, Vertragsverhandlung oder Hochzeit: Welche Dolmetschart passt, hängt von Teilnehmerzahl, Raum und Ablauf ab. Dieser Überblick hilft bei der Entscheidung – und zeigt, was Dolmetscher vorab von Ihnen brauchen.

Redaktion MTR Sprachendienst Aktualisiert am Lesezeit: 5 Min.

Simultandolmetschen: wenn es ohne Pause laufen soll

Beim Simultandolmetschen sprechen die Dolmetscher fast gleichzeitig mit dem Redner. Sie sitzen in einer schallgedämmten Dolmetschkabine, das Publikum hört die Verdolmetschung über Empfänger und Kopfhörer. Das Programm läuft im normalen Tempo weiter – auch mit mehreren Sprachen parallel.

Die Arbeit ist sehr konzentrationsintensiv. Der Berufsverband AIIC hält deshalb fest, dass ein Team in der Regel aus mindestens zwei Dolmetschern pro Sprache und Kabine besteht, die sich abwechseln. Für mobile Kabinen gibt es eine eigene internationale Norm (ISO 17651-2:2024).

Passt gut zu: Konferenzen, Tagungen, Hauptversammlungen, Schulungen mit vielen Teilnehmenden.

Konsekutivdolmetschen: persönlich und ohne Technik

Beim Konsekutivdolmetschen spricht der Redner einen Abschnitt, macht eine Pause, und die Dolmetscherin gibt das Gesagte – oft mit Hilfe einer speziellen Notizentechnik – in der anderen Sprache wieder. Es braucht keine Kabine und keine Kopfhörer.

Der Preis dafür ist Zeit: Jeder Beitrag wird zweimal gesprochen, die Gesamtdauer verlängert sich spürbar. Planen Sie das im Programm ein.

Passt gut zu: Tischreden, Pressegesprächen, Führungen, Verhandlungen in kleiner Runde, Terminen beim Notar oder auf dem Amt.

Flüster-, Verhandlungs- und Videodolmetschen

  • Flüsterdolmetschen: Die Dolmetscherin sitzt neben ein bis zwei Personen und dolmetscht leise simultan. Bei mehr Zuhörern wird es im Raum zu unruhig – dann ist eine kleine Personenführungsanlage die bessere Wahl.
  • Verhandlungsdolmetschen: Gesprächsdolmetschen in beide Richtungen, typischerweise bei Geschäftsterminen und Verhandlungen.
  • Videodolmetschen: Die Dolmetscherin ist per Video zugeschaltet – praktisch, wenn nicht alle Beteiligten am selben Ort sind.

Vergleich auf einen Blick

SimultanKonsekutivFlüstern
TechnikKabine, Empfänger, Kopfhörerkeinekeine oder Personenführungsanlage
Zuhörerbeliebig vielekleine bis mittlere Rundeein bis zwei Personen
Zeitbedarfwie ohne Dolmetschendeutlich längerwie ohne Dolmetschen
Typisch fürKonferenzen, TagungenReden, Führungen, TermineDelegationen, Einzelpersonen

Checkliste: Das brauchen Dolmetscher von Ihnen

  • Datum, Uhrzeit, Ort und voraussichtliche Dauer
  • Sprachen und Richtung (z. B. Deutsch ↔ Russisch)
  • Anzahl der Zuhörer und Art der Veranstaltung
  • Programm, Präsentationen und Redemanuskripte – möglichst einige Tage vorher
  • Namen, Titel und Fachbegriffe, die vorkommen
  • Vorhandene Technik vor Ort und Ansprechpartner für die Technik

Je mehr wir vorab wissen, desto genauer können wir Teamgröße, Technik und Angebot planen.

Häufige Fragen

Wie früh sollte ich Dolmetscher buchen?

So früh wie möglich – besonders bei mehrtägigen Veranstaltungen, mehreren Sprachen oder seltenen Sprachkombinationen. Für kurzfristige Termine fragen Sie trotzdem gern an.

Braucht man für ein kurzes Treffen eine Kabine?

Meist nicht. Für kleine Runden reicht Konsekutiv- oder Flüsterdolmetschen. Eine Kabine lohnt sich, wenn viele Zuhörer folgen oder das Programm ohne Unterbrechung laufen soll.

Kommen Sie auch außerhalb von Leipzig?

Wir arbeiten von Leipzig aus. Für Einsätze in anderen Städten, zum Beispiel in Dresden oder Halle, fragen Sie bitte mit Ort und Termin an.

Quellen

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Anforderungen können sich je nach Behörde und Einzelfall unterscheiden – fragen Sie im Zweifel bei der zuständigen Stelle nach.

Anfrage oder Termin?

Zwecks Terminvereinbarung können Sie uns gern anrufen oder eine E-Mail senden. Wir melden uns umgehend bei Ihnen zurück. Vielen Dank im Voraus!